Unterfaden reißt ständig – Ursachen und Lösung
Reißt gezielt der Unterfaden, während der Oberfaden sauber läuft, liegt die Ursache fast immer im Bereich der Spule und der Spulenkapsel. Hier finden Sie die häufigsten Gründe und die passende Abhilfe.
Erst eingrenzen: Wirklich der Unterfaden?
Bevor Sie die Spule und Spulenkapsel prüfen, stellen Sie sicher, dass tatsächlich der Unterfaden reißt und nicht der Oberfaden lediglich Schlaufen auf der Rückseite bildet. Drehen Sie den Stoff nach einem Fadenriss um: Endet der kurze Fadenrest auf der Unterseite des Stoffs, war es der Unterfaden. Nur dann greifen die folgenden Ursachen.
Ursache 1: Die Spule ist falsch eingelegt
Die Spule muss sich in der Spulenkapsel in einer festgelegten Richtung drehen, meist im Uhrzeigersinn beim Ziehen am Faden. Liegt die Spule verkehrt herum, läuft der Faden gegen statt mit der Fadenspannungsfeder – die Spannung wird dadurch unkontrollierbar hoch und der Faden reißt. Nehmen Sie die Spulenkapsel heraus, legen Sie die Spule laut Bedienungsanleitung neu ein und ziehen Sie kurz am Faden: Er sollte sich leicht, aber mit spürbarem Widerstand abziehen lassen.
Ursache 2: Der Faden läuft nicht durch die Spannungsfeder
Beim Einlegen muss der Faden nicht nur um die Spule, sondern auch durch einen schmalen Schlitz mit Feder in der Spulenkapsel geführt werden. Wird dieser Schritt übersprungen, liegt der Faden lose auf und reißt unter der Zugbelastung beim Nähen schnell ab, oder es entsteht gar keine kontrollierte Spannung. Prüfen Sie anhand der Anleitung, ob der Faden korrekt durch die Führung läuft.
Ursache 3: Die Spulenkapsel ist beschädigt
Kleine Kerben am Rand der Spulenkapsel oder an der Fadenführung entstehen durch Verschleiß oder wenn versehentlich mit einer Nadel darübergefahren wird. An solchen rauen Stellen scheuert der Faden bei jeder Umdrehung und reißt irgendwann ab. Fahren Sie vorsichtig mit dem Finger über die Kanten – fühlbare Unebenheiten sind ein klares Zeichen, dass die Spulenkapsel getauscht werden sollte.
Ursache 4: Die Spule ist ungleichmäßig oder zu voll bespult
Eine Spule, die zu straff, zu locker oder ungleichmäßig mit Faden bewickelt ist, läuft nicht rund ab. Der Faden verhakt sich dabei stellenweise und reißt unter dem plötzlichen Widerstand. Eine ausführliche Anleitung zum korrekten Spulen finden Sie in unserem Ratgeber Unterfaden richtig spulen.
Ursache 5: Minderwertiges oder altes Garn
Sehr günstiges oder lange gelagertes Garn kann spröde werden oder ungleichmäßig gesponnen sein. Solches Garn reißt eher unter der normalen Fadenspannung als ein gleichmäßiges, hochwertiges Nähgarn. Wenn der Fadenriss nur bei einer bestimmten Garnrolle auftritt, ist das Garn selbst der wahrscheinlichste Verursacher.
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Schritt-für-Schritt-Check
- Fadenrest nach dem Riss prüfen – wirklich der Unterfaden?
- Spule herausnehmen, Einlegerichtung anhand der Anleitung kontrollieren.
- Fadenführung durch die Spannungsfeder der Spulenkapsel überprüfen.
- Spulenkapsel auf Kerben oder raue Stellen abtasten.
- Neu spulen, dabei auf gleichmäßige Fadenspannung beim Aufwickeln achten.
- Bei weiterhin reißendem Faden: andere Garnrolle testen.
Bleibt der Unterfaden trotz korrekt eingelegter, unbeschädigter Spulenkapsel und hochwertigem Garn instabil, kann die Grundspannung der Spulenkapsel verstellt sein. Diese Feineinstellung gehört in die Hände eines Fachmanns, da eine falsche Justage die Stichbildung insgesamt beeinträchtigen kann.
Häufig gestellte Fragen
Reißt der Unterfaden aus denselben Gründen wie der Oberfaden?
Wie erkenne ich eine beschädigte Spulenkapsel?
Muss ich beim Spulenwechsel etwas Bestimmtes beachten?
Kann minderwertiges Garn den Unterfaden reißen lassen?
Weiter zum Grundlagen-Ratgeber
Wie Ober- und Unterfadenspannung zusammenspielen, erklärt unser Ratgeber zur Fadenspannung ausführlich.
Zur Fadenspannung